Wer Glauben wagt…

Wer Glauben wagt, lebt gefährlich. Das haben unter anderem Waldenser, Hugenotten und Hussiten in vergangenen Jahrhunderten erfahren. Für Christen in Deutschland ist das allerdings ein Satz, der nur schwer nachzuvollziehen ist. In einem demokratischen Rechtsstaat haben Christen aufgrund ihres Glaubens keine Nachteile. Ganz anders sieht es in anderen Teilen der Welt aus.

In der Passionszeit setzen wir uns als Christinnen und Christen nicht nur mit dem Leiden und Sterben Jesu auseinander, sondern auch mit der Tatsache, dass Menschen um ihres Glaubens Willen leiden.

Die christliche Hilfsorganisation „OpenDoors“ veröffentlicht jährlich den sogenannten Weltverfolgungsindex. Darin werden 50 Staaten aufgeführt, in denen man Christen größere Schwierigkeiten macht. Vor allem in islamischen und kommunistischen Ländern haben es Christen besonders schwer. Wer dort Glauben wagt, lebt zum Teil lebensgefährlich.

Weltweit gibt es ca. 2 Milliarden Christen. Laut Open Doors leiden davon über 360 Millionen unter einem hohen Maß an Verfolgung und Diskriminierung. Besonders in Afghanistan, Nordkorea, Somalia, Libyen, Eritrea und Nigeria ist die Lage prekär, mit tausenden getöteten Gläubigen, zerstörten Kirchen und Angriffen auf Schulen und Häuser. Die Verfolgung hat unterschiedliche Ursachen. Es gibt z.B. in Afghanistan staatliche Unterdrückung. Christsein ist dort staatlich verboten. In Nigeria ist die gesellschaftliche Unterdrückung sehr stark. Aufgrund gesellschaftlicher Konventionen und Traditionen werden Menschen, die zum Christentum konvertieren, schikaniert und unterdrückt.

Der morgige 1. März ist der „Gebetstag für bedrängte und verfolgte Christen“. Nehmen wir dies zum Anlass im Gebet an die zu denken, denen der Glaube etwas kostet - Heimat, Familie oder gar das Leben. Und setzen wir uns dafür ein, dass Menschen bei uns ihre Religion ungestört ausüben können - die Einhaltung von Recht und Gesetz vorausgesetzt.

Der Blick auf verfolgte Christen in der Welt stellt uns die Frage: Was sind wir bereit, für unseren Glauben zu wagen?

Ihr Pfarrer Thomas Funk, Haunetal-Neukirchen