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Summertime,
And the livin' is easy

Liebe Leserinnen und Leser,
Summertime, ich liebe dieses Lied aus der Oper Porgy and Bess von George Gershwin. Ist das nicht Sommer pur?

„Es ist Sommer und das Leben ist leicht,
die Fische springen und die Baumwolle steht hoch.
Dein Vati ist reich, und deine Mami ist gutaussehend.
Also, still, kleines Baby, wein' doch nicht.“

So unbeschwert, wie es den Anschein hat, ist dieses Wiegenlied allerdings nicht. Die Oper schildert das Leben von Afroamerikanern in der Schwarzensiedlung Catfish Row in Charleston um 1870.

Werden dem Baby da nicht einfach nur Träume vorgesungen, die nie Wirklichkeit werden? Und ich frage mich: Wie ist es mit unseren Träumen vom Sommer in diesem Jahr? Urlaub am Meer oder in fernen Ländern? Oder bleiben Sie lieber doch zu Hause angesichts der Corona-Pandemie? Wir alle aber wollen etwas spüren von der Leichtigkeit des Lebens im Sommer!

Gershwins Musik öffnet mir die Augen und das Herz: Träume sind nicht nur Schäume, sondern Ausdruck einer tiefen Sehnsucht. Das sommerliche Leben unter Gesichtsmasken ist nicht easy - aber auch keine wirklich Katastrophe. Es gibt gerade im Sommer hier in unserer wunderbaren Gegend so viel Schönes zu entdecken - hoch aufwachsende Sonnenblumen, kleine Fische in der Fulda oder in der Werra - auch wenn sie nicht springen. Verlieren wir doch bitte nicht den Blick für das Schöne, Wunderbare auch in diesem Sommer. Erfreuen wir uns an den Blüten des Mohns oder der Kornblumen, am Wachsen des Getreides. Atmen wir auf, weil wir nicht so gehetzt durchs Leben gehen müssen - und machen wir einander das Leben leichter, dass Gershwins Melodie in uns lebendig wird.

Eine gute Sommerzeit wünsche ich Ihnen allen! Achten Sie aufeinander, bleiben Sie gesund und seien Sie behütet! Seien Sie herzlich gegrüßt,
Ihr Pfr. Martin Arndt

BachWasser

Was wäre ein Sommer ohne Wasser? Ein erfrischendes Bad; oder kaltes Wasser trinken. 2:1 für deinen Körper, so ein Werbespruch für ein Mineralwasser. Aber warum 2:1?

Wasser ist lebensnotwendig; 1:0. Wasser macht sauber; 2:0. Doch Wasser ist auch lebensgefährlich; 2:1.

Jesus sagt, dass er uns lebendiges Wasser gibt, das den Durst für immer löscht und ins ewige Leben quillt (Joh. 4, 14). Das Wasser bei der Taufe ist dieses lebendige Wasser. Es kräftigt uns für unser Leben; es wäscht uns rein von aller Schuld. Und der Tod kann uns nicht von Gott trennen. So wird aus dem 2:1 ein 3:0.

Jesus stillt den Durst nach Leben. So steht es bei uns immer 3:0. Und wir können bekennen: Ich wurde getauft mit lebendigem Wasser. Ich bin ein Kind Gottes und mit allen lebendigen Wassern gewaschen. Amen.

Ihr Pfarrer Simon Leinweber, Ev. Kirchengemeinde Asbach-Eichhof

Flug ins Paradies

Einmal Paradies und zurück, hatte er gesagt und sich im Reisebüro ein Ticket gekauft. Die Träume dazu gab es gratis im Prospekt: Sonne, Sand, Meer – dazu braune Haut und roter Wein.

Noch im Landeanflug träumte er vom Paradies, traf aber nur – Balkon über Balkon – auf Menschen wie du und ich aus der Reihe hinten im Flugzeug.

Der Tag beginnt anstrengend. Um zehn sind die letzten freien Plätze am Strand schon vergeben. Zu Mittag deutsche Küche und beim Stammtisch am Abend hatte ihn der Alltag wieder eingeholt. Als es dann zu regnen begann, fasste er einen Entschluss.

Er verließ das Paradies, lief hinaus ins Freie, vorbei an zweihundertjährigen Olivenbäumen und roten Mohnblumenfeldern und setzte sich an ein altes Gemäuer eines Windrades und hörte zu, was Regen und Wind zu erzählen wussten.

Dreh dich nicht dauernd um sagte das Rad. Ersteige einen hohen Berg, schau hinab und du begreifst, was Groß und Klein bedeutet. Sieh über das Meer, sagte der Regen, und du erfährst, was wirklich trägt. Lege dein Ohr auf den Boden, sagte der Wind, und du hörst die Schritte derer, die vor dir hier gingen. Phönizier und Griechen, Römer und Araber. Sie brachten Keramik, Feigen und Wein, Olivenbäume und Wasserspiele.
Was bringst du?
Da lief er eilig zurück in sein Hotelzimmer, kramte hastig in seinem Koffer und fand unter Sonnencreme, Zahnbürste und Badehose … nichts. Bis er verstand: Mich bringe ich mit, so wie ich bin, hierher ins Paradies.

Dann atmete er tief durch und sah den Sommer mit anderen Augen.

(nach Klaus Nagorni)

„Ihnen allen eine erholsame Sommerzeit und bleiben Sie behütet“

Ihr Pfr. Staus

Gottes Sommergrüße
Als Noah aus der Arche kam, schloss Gott einen neuen Bund mit ihm und allen Menschen:
Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht... (1. Mose 8,22). 

Als Zeichen dient der Regenbogen, den auch viele in der Coronakrise in ihre Fenster gehängt haben. Wir sind in Verbindung: Himmel und Erde, Gott und Mensch, wir Menschen untereinander.
Aus der Erde wachsen bunte Blumen als Gottes Sommergrüße. Seien Sie gesegnet!

Ein Vergissmeinnicht für die VergessenenTilt Shift 1497512028122
Eine Sonnenblume für die, die im Regen stehn.
Eine Goldrute für die Wegsucher
Rittersporn für die Mutlosen
Eine Königskerze für die Bescheidenen
Eine Nelke für die Friedfertigen
Glücksklee für die Unglücklichen
Klatschmohn für die Künstler
Eine duftende rote Rose für jeden von uns
von Gott, der uns liebt in all unserer Vielfalt!

Ihre Pfarrerin Ute Bätzing, Ev. Matthäuskirche

Sommer
So wechselhaft wie das Wetter in diesem Sommer bislang gewesen ist, so wechselhaft ist auch unsere gesellschaftliche Situation aktuell: Von den großen Partys und Feiern bis Mitte März ging es zum Lockdown ohne direkte Begegnung, ohne Feiern, ohne Präsenzgottesdienste.

Jetzt sind ein paar Lockerungen da. Man darf sich wieder sehen, begegnen, Gottesdienst feiern – allerdings mit Maske und Abstand. Man darf wieder in den Urlaub fahren, aber ohne Garantie, dass man den Strand betreten darf. Kommt eben darauf an, wie voll es ist… Kurios, unwirklich, merkwürdig – so kommt mir die momentane Situation vor.

Luther hat einmal gesagt: "Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Geschöpfen." In diesem Sinne freue ich mich auf die vor uns liegende Sommerzeit und auf wechselhaftes Wetter – draußen wie auch in mir…

Ihr Michael Zehender